


1. Das Gewicht – und was es mit dem Fall macht
Der sichtbarste Unterschied ist das Stoffgewicht. Ein leichter Dekostoff fliegt bei jedem Luftzug und legt sich in unruhige Falten. Ein schwerer Stoff fällt: Er hängt senkrecht, die Falte bleibt stehen, der Vorhang wirkt ruhig. Genau dieser ruhige Fall ist das, was man als «edel» wahrnimmt.
Prüfen Sie es am Muster: Halten Sie es am oberen Rand und schütteln Sie kurz. Kehrt der Stoff sofort in eine senkrechte Linie zurück, stimmt das Gewicht.
2. Die Webart, nicht der Aufdruck
Bei hochwertigen Stoffen entsteht das Muster in der Webung – durch Garnstärke, Bindung und Farbverlauf. Billige Ware wird bedruckt. Der Test: Drehen Sie das Muster um. Sieht die Rückseite strukturiert aus und ist der Farbverlauf auch dort erkennbar, ist gewebt worden. Ist die Rückseite weiss, wurde gedruckt.
3. Lichtechtheit
Nichts wirkt schneller billig als ein Vorhang, dessen Südseite nach zwei Sommern heller ist als die Nordseite. Lichtechtheit wird nach einer Skala von 1 bis 8 geprüft; für ein Wohnzimmerfenster sollte der Wert bei 5 oder höher liegen. Die Kollektionen von JAB Anstoetz, Kvadrat und Stardecor sind hier durchgehend gut ausgerüstet.
4. Raumhoch ohne Quernaht
Ein Detail, das man sofort sieht, wenn es fehlt: die waagerechte Naht auf halber Höhe. Sie entsteht, wenn der Stoff nicht hoch genug ist und angestückelt werden muss. Viele Qualitäten gibt es deshalb in 300 cm Stoffhöhe, sodass auch ein raumhoher Vorhang aus einem Stück genäht wird.

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Heimberatung anfragen →5. Die Konfektion – hier entscheidet sich alles
Der beste Stoff sieht schlecht aus, wenn er schlecht verarbeitet ist. Achten Sie auf:
- Blindsaum: Der Saum ist von aussen nicht als Nahtlinie zu sehen.
- Bleiband im Saum: beschwert die untere Kante, damit der Vorhang senkrecht steht statt zu flattern. Siehe Bleiband.
- Seitensaum: doppelt umgeschlagen, damit keine Kante ausfranst.
- Gleichmässiges Faltenbild: alle Falten gleich tief, gleich weit auseinander, über die ganze Breite.
6. Die Faltenart
Wer es besonders ruhig und grosszügig möchte, wählt Wave: gleichmässige weiche Wellen über die volle Breite, doppelte Stoffmenge. Klassisch-elegant sind die Schweizer Rundfalten. Beides wirkt hochwertiger als der flache Vorhang – schlicht, weil mehr Stoff im Spiel ist. Mehr dazu im Ratgeber Faltenarten und zur Wellenform in Wellenvorhang.
7. Die Aufhängung, die man nicht sieht
Ein edler Vorhang hängt an einer in die Decke eingelassenen oder bündig montierten Schiene – der Stoff scheint aus der Decke zu kommen. Sichtbare Technik, klappernde Ringe oder eine zu kurze Stange zerstören den Eindruck sofort. Für den Deckenanschluss gibt es Einputzschienen und Eingipsschienen.
Zwei Regeln, die mehr bringen als jeder teure Stoff
Hoch aufhängen: Die Schiene gehört an die Decke, nicht knapp über den Fensterrahmen. Das lässt den Raum höher wirken.
Breit aufhängen: Die Schiene sollte links und rechts 15–25 cm über das Fenster hinausgehen, damit der offene Vorhang neben dem Glas parkt und das Fenster grösser erscheint.
Qualität sieht man erst am Stoff
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