Kaufberatung
Tagsüber blickdicht ist nicht nachts blickdicht
Sichtschutz funktioniert über den Helligkeitsunterschied zwischen drinnen und draussen. Tagsüber ist es aussen heller — man sieht von der Strasse kaum in die Wohnung, selbst durch einen halbtransparenten Stoff. Abends dreht sich das Verhältnis um: Innen brennt Licht, draussen ist es dunkel, und derselbe Stoff zeigt plötzlich Schatten und Bewegungen.
Daraus folgt eine einfache Regel: Wer tagsüber Ruhe vor Blicken will — Erdgeschoss, Bad, Büro zur Strasse — kommt mit halbtransparent gut aus. Wer abends ungestört sein will, braucht ein blickdichtes oder verdunkelndes Gewebe. Alles andere ist eine Illusion von Privatsphäre.
Der zweite Faktor ist die Farbe. Helle Stoffe reflektieren mehr Licht nach aussen und wirken tagsüber dichter, dunkle Stoffe schlucken es und geben abends weniger Silhouette preis. Ein weisses Rollo lässt den Raum heller wirken, ein dunkles schützt abends besser — das ist der Zielkonflikt, den man einmal bewusst entscheiden sollte.
Und ein technischer Punkt, der oft unterschätzt wird: Ein blickdichtes Rollo hilft nichts, wenn seitlich Licht und Blick vorbeigehen. In der Laibung montiert bleibt links und rechts ein Spalt. Vor der Nische montiert, mit grosszügigem Überstand, deckt der Behang die ganze Fensterfläche ab.
- Tagsüber schützt schon halbtransparent — abends nicht mehr
- Blickdicht (Stufe 3) ist die Grenze für abendliche Privatsphäre
- Helle Farben wirken tags dichter, dunkle abends
- Vor der Nische montieren statt in der Laibung, sonst Randspalt
Am zuverlässigsten entscheidet man mit dem Stoff in der Hand: Gratis Muster bestellen, abends ans Fenster halten, Licht anmachen — dann sieht man es sofort.